Da der Igel unter Naturschutz steht, ist es verboten, ihn der Natur zu entnehmen. Ausnahmen von Naturschutzgesetz: Igel -Junge, die tagsüber allein herumirren und sich kalt anfühlen. Nest oder Umgebung besonders aufmerksam beobachten, die Mutter könnte sich in der Nähe aufhalten. Verletzte Tiere, man findet sie im Bereich von Strassen, Baustellen, in Gruben oder Lichtschächten. Oft waren sie tagelang dort gefangen ohne Wasser und Futter, sind unterkühlt, auch sie benötigen unsere Hilfe. Kranke Igel erkennt man daran, dass sie tagsüber Futter suchend herumirren, oft torkeln oder sogar auf dem Boden liegen. Auf kranken Tieren lassen sich gern Schmeissfliegen nieder, die auf dem Tier ihre Eier ablegen. Kranke Tiere sind oft apathisch, rollen sich kaum oder gar nicht mehr ein. Die Augen stehen nicht mehr halbkugelig hervor, sondern liegen tief und sind schlitzförmig. Auch nach Wintereinbruch gefundene Tiere bedürfen unserer Hilfe. Es handelt sich oft um alte, kranke oder zu spät geborene Igel, die untergewichtig sind und am Tage auf Futtersuche sind, um sich ein Winterpolster anzufressen.

Eine Unterkühlung des Igels ist dann gegeben, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter als die eigene Hand anfühlt. Sofort eine mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche mit einem Frottierhandtuch umwickeln und in einen hohen Karton legen. Man legt den Igel darauf und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu. ( Handtücher sollten keine Aufhänger oder Löcher haben, wegen der Verletzungsgefahr des Igels) Auf keinen Fall sollte ein Igel gebadet werden, dies könnte zu einer weiteren Unterkühlung führen und zusätzlicher Stress bedeuten. Auf jeden Fall aber sollten sie schnellstens einen Tierarzt aufsuchen, er hilft bei Verletzungen, entfernt Parasiten und kann gezielt mit entsprechenden Präparaten geschwächten Tieren helfen. Kranke oder verletzte Igel benötigen dringend fachmännische Hilfe.

Füttern und Erstversorgung:

Hunde- oder Katzen-Dosenfutter mit im Zoohandel erhältlichem Igel-Trockenfutter mischen. Stets ein Schälchen mit Wasser (nie mit Milch!) hinstellen. Schwachen oder kranken Tieren flößt man mit einer Plastik-Einwegspritze (Nadel abnehmen !) lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee (ungesüßt) ein. Frisst der Igel nicht von selbst, benötigt er meist Flüssigkeit per Injektion oder Zwangsfütterung, d.h. schnellstens zum Tierarzt.

Ist das Tier gesund, jedoch untergewichtig (unter 500 gr) und sind Bodenfröste zu erwarten, ist es erforderlich, den Igel im Hause unterzubringen. Eine Holzkiste(mindestens 1 x 1 m) und mindestens 50 cm hoch legt man mit Karton aus und darüber mehrere Schichten Zeitungspapier (niemals Sägemehl, Katzenstreu o.ä.) Dieses ist täglich zu wechseln. Als Schlafhäuschen genügt ein Karton (ca. 30 cm Kantenlänge, in den man seitlich ein Schlupfloch von ca. 12 x 12 cm schneidet. Das Häuschen mit viel zerrissenem und zerknülltem Zeitungspapier füllen. (kein Laub, kein Heu oder Stroh) Das Papier mindestens 1 Mal wöchentlich austauschen. Die Zimmertemperatur sollte 18-20 Grad betragen. Da Igel sehr geräuschempfindliche Tiere sind, in einem ruhigen Raum unterbringen. Nicht frei in Wohnräumen herumlaufen lassen, weil sie gern in dunkle Ecken, hinter Schränke, Heizkörper usw. kriechen und rückwärts nicht mehr herauskommen.

Ernährung:

Igel sind Insektenfresser. In Gefangenschaft ist daher folgendes zu berücksichtigen: Futter oder Wasser nur in kippsicheren , flachen Näpfen reichen. Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich, möglichst abends. Läuft der Igel jedoch am Tage offensichtlich hungrig herum, sollte ihm selbstverständlich Nahrung angeboten werden. Schwache Tiere bekommen öfters kleine Portionen. Futterreste generell entfernen und Näpfe nach jeder Mahlzeit mit heißem Wasser auswaschen.

Grundnahrungsmittel:

Katzen- oder Hundedosenfutter (keine Billigmarke)

Hartgekochte Eier oder Rührei ohne Fett gebraten

Rindermett (roh nur ganz frisch, besser aber kurz angebraten (nur mit Maiskeimöl)

Ballaststoffe, die man beimischt sind:

Weizenkleie

Futterhaferflocken

Igeltrockenfutter

Als Appetitanreger eignet sich das Fleisch einer reifen Avocado, kleingedrückt.

Es empfiehlt sich 2 Mal wöchentlich eine Messerspitze Mineralpulver (z.B.Vitakalk) dem Futter beizumischen.


Niemals aus dem Kühlschrank füttern, immer temperiert, nichts Süßes, nichts Gewürztes.

Da die Zähne des Igels zur Zahnsteinbildung neigen, sollte man mindestens 2 Mal pro Woche gekochtes Hühnerklein ohne Haut (Flügel,Hälse,Rücken mit Knochen) anbieten.

Niemals einseitig ernähren. Daher nicht ausschließlich Katzendosenfutter füttern. Auf alle Fälle laufend die Sorten wechseln. Auf Dosenfutter mit Fisch sollte verzichtet werden. Das Igel-Trockenfutter ist kein Alleinfutter, sondern lediglich zum Beimischen von Dosenfutter gedacht.

Kranke oder stark geschwächte Igel, die selbständig keine Nahrung aufnehmen, müssen zwangsgefüttert werden. Mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) füttert man ihn, nimmt ihn in die linke Hand und legt ihn auf den Rücken, allerdings in leichter Sitzstellung, damit er sich nicht verschluckt. Als Nahrung eignet sich „Hipp“-Fleischzubereitung püriert (Banderolenaufdruck: ab 4 Monat) Vom Tierarzt zu beziehen, eignet sich auch Hills Prescription Diet „CANINE a/d FELINE“. Den Inhalt mit etwas Kamillen- oder Fencheltee (ungesüßt) verdünnen. Am Besten gibt man täglich 10-30 ml seitlich ins Mäulchen. Bitte stellen Sie zusätzlich ein Schälchen Futter ins Gehege, damit das Tier so bald wie möglich eigenständig anfängt zu fressen.

Verweigert ein Tier seine Nahrung und ist ein Husten oder Röcheln beim Atmen wahrzunehmen, ist dies stets ein Zeichen von massivem Lungenwurmbefall. Weitere Anzeichen können sein, grüner, schleimiger, stinkender evtl. mit Blut durchsetzter Kot, Durchfall, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Apathie usw. In solchen Fällen unbedingt schnellstens den Tierarzt aufsuchen.

Beachten Sie unbedingt die Hygiene-Grundregeln. Nach jedem Kontakt mit dem Igel gut die Hände waschen. Besondere Sorgfaltspflicht ist geboten, wenn Kinder mit solchen Tieren Kontakt haben.

Erreicht ein Tier vor Wintereinbruch nicht das erforderliche Gewicht von mindestens 800 g, muss man den Frühling abwarten, bis man den Igel wieder in die Freiheit entlässt. Bei Erreichen des oben genannten Gewichtes, stellt man die Kiste mit dem Igel in ein kaltes Zimmer oder auf den Balkon oder überdachte Terrasse. Dabei ist auf eine komplette Abdeckung von oben zu achten, damit keine anderen Tiere in die Kiste klettern. Bei Raumtemperaturen von mehr als 6 Grad fällt der Igel nur in einen „Dämmerschlaf“, der sehr kräftezährend ist, er kann weder fressen, noch Winterschlaf halten. Daher auch die Südseite meiden. Nachdem man den Igel in sein Winterquartier gebracht hat, füttert man ihn wie bisher weiter, solange, bis er sein Futter nicht mehr anrührt. Es können dabei sogar einige Wochen vergehen. Ist man der Meinung, dass sich das Tier im Winterschlaf befindet, klebt man vor das Schlupfloch im Schlafhäuschen ein Blatt Toilettenpapier, damit man immer erkennen kann, ob das Tier wieder aufgewacht ist. Daher sollte man immer ein Schälchen mit Igeltrockenfutter ins Winterquartier stellen, dazu natürlich frisches Wasser. Eine Unterbrechung des Winterschlafes kommt vor, dann normale eiweißreiche Nahrung füttern. Am Besten schickt man das Tier erst nach Sylvester in den Winterschlaf, die Erfahrung zeigt, dass Igel, die kurz vorher in den Winterschlaf gegangen sind, wegen der Knallerei wieder aufwachen. Selbstverständlich wird das Tier während des Winterschlafes ständig kontrolliert.

Nach dem Winterschlaf (März-April) hat der Igel stark an Gewicht verloren. Da er in der Natur noch zu wenig Nahrung findet, sollte man ihn so lange füttern, bis er sein Gewicht erreicht, das er vor dem Winterschlaf hatte.

Jeder Igel sollte unbedingt an seinen Fundort zurückgebracht werden, weil sie ein ausgezeichnetes Ortsgedächtnis besitzen. Wildert man sie nicht am Fundort aus, müssen sie sich vollkommen neu orientieren und sind daher in der ersten Zeit stark gefährdet. Bitte an dem Ort der Freilassung noch eine Weile zufüttern. Setzt man sie an einem anderen, als dem Fundort aus, ist unbedingt vorher ein Freigehege zu bauen, in dem das Tier bis zu drei Wochen verbringt, bevor man es öffnet. Schlafhäuschen und Futternäpfe verbleiben dort, damit das Tier evtl. eine Rückzugsmöglichkeit vorfindet. So bietet man dem Tier die Möglichkeit, sich langsam der neuen Umgebung anzupassen. Die besten Zeit zum Aussetzen ist die Abenddämmerung.

Wir wünschen viel Freude und Erfolg !

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